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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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plötzlich wieder der südöstliche Wind einsetzt. Der Wind hatte sich hier in 
Zeit von 8 Stunden von ENE nach Nord gedreht, zuweilen in heftigen Böen 
wehend, bis die frische Brise auf einmal abnahm; os wurde dann fast windstill, 
und bei strömendem Regen blitzte und donnerte es; 12 Stunden mallte der Wind 
dann noch umher, worauf wieder frischer SE durchkam und der Himmel 
heiter wurde, Es geschah dieses in 25,2° S-Br und 62,2° O-Lg. 
Am nächsten Tage aber lief der Wind schon wieder durch Öst nach NE und 
NNE, und wurde das Schiff nun sehr wahrscheinlich von den Wirkungen 
der erst erwähnten Depression getroffen. Der in Stärke 4 und 5 wehende Wind hatte 
sich schon um 12% p. m. des 1. April, als das Schiff in 26,0° S-Br und 
59° 49' O-Lg stand, so weit rechtlaufend gedreht, dass er durch NW ging. 
Es musste dann südlicher weggehalten werden als man bisher gesteuert 
hatte, und um 8" a, m. des 2. April, in 26° 22‘ S-Br und 59° 9‘ O-Lg, lief der 
Wind nach SW (3), worauf das Schiff gewendet wurde. Um 10% p. ın, sprang 
der Wind in einer heftigen Bö auf Süd, und für mehrere Tage nachher wehte 
in der Folge stürmischer SE-Wind, der später noch einmal wieder nördlich 
holte und eine neue Drehung ausführte. Ueber die Witterung am 2. April 
bemerkt Kapt. Gennerich in seinem Journale nur, dass von Zeit zu Zeit 
feiner Regen fiel; auch macht er an diesem Tage noch eine Bemerkung über hohen 
Seegang aus SW. 
Das nächste, mit dem „Deike Rickmers“ zusammen die westlichste der 
drei Gruppen bildende Schiff, ist der „Paul Rickmers“, Kapt. Stolt, Obgleich 
diese Bark am Mittage des 31. März in 23° 9‘ S-Br und 65° 48‘ O-Lg nur 
etwa 210 Sm in nordöstlicher Richtung vom „Deike Rickmers“ stand, bemerkte 
3ie doch keine Spur von der ersten Störung, welche an diesem Tage das letztere 
Schiff traf; sie wurde im Gegentheil zu der Zeit von frischem, beständigem 
Winde aus Ost, Stärke 4, begünstigt. Im Laufe des folgenden Tages jedoch 
hörte der regelmässige Passat auf, der Wind lief nordöstlich, gegen den Schluss 
des Etmales NNE (4), und es begann ununterbrochen zu regnen. Am 2, April 
setzte der Wind seine Drehung gleichmässig noch weiter fort; um 8* a. m.,, 
als die Bark sich in 24° 28‘ S-Br und 59° 53‘ O-Lg befand, schralte derselbe 
ganz weg bis nach West (3), Um 12* p. m., in 25° 1‘ S-Br und 59° 45’ O-Lg 
kam er aus SW durch, und das Schiff wurde über St. B.-Bug gelegt, Der 
Wind lief dann bald noch raumer durch Süd nach SE und wehte von daher 
während der nächsten Tage in steifer Brise. 
Dann folgt in der nächsten Gruppe der „Armin“, Kapt. Ruhase. Dieses 
Schiff hatte bis zum 2. April, an welchem Tage es sich in 22° 35‘ S-Br und 
67° 30‘ O-Lg befand, flauen Passat gehabt; hier lief der Wind nordöstlich und 
frischte auf. Um 12* p. m. an diesem Tage war er schon Nord (5). Das 
Wetter wurde schauerig. Um 6" a, m. des 3. April, in 23° 24‘ S-Br und 
65° 18‘ O-Lg war der Wind NW, das Schiff konnte seinen Kurs nicht mehr 
einhalten, und es musste daher südlicher gesteuert werden. Bald nachher 
nahm der Wind ganz ab, und um 12* a, m., in 23° 47‘ S-Br und 65° 15‘ O-Lg, 
herrschte ganz leichter Zug aus WSW. Um 4* p. m. wurde gewendet, der 
Wind war dann schon SSW und nahm sehr rasch an Stärke zu; um 10* p. m. 
wehte Südwind von Stärke 6. Noch weiter drehte er sich rechtlaufend, und 
an den nächstfolgenden Tagen begünstigte heftiger SE-Wind die Fahrt. Der 
Kapitän macht am 3. April in seinem Journale mehrere Bemerkungen über 
unregelmässige, aus fast allen Richtungen laufende See aus SW, NW und 
West. Selbst noch am 4. April lief eine hohe, wilde See aus SSE und SW, 
in welcher das Schiff schwer arbeitete. 
Dem „Armin“ nahe stand am Mittage des 2. April das Schiff 
„Deutschland“, Kapt. Kühn, in 23° 4' S-Br und 68° 29‘ O-Lg; es hatte zur 
Zeit den Wind aus EzN-Richtung, in Stärke 4—5. Auch hier lief am Nach- 
mittage der Wind NE und hatte um 12* p. m. seine rechtlaufende Drehung 
schon nach NzE (5) fortgesetzt; es stellten sich nun leichte Regenschauer ein. 
Um 6* a, m. des 3. April, als das Schiff sich in 23° 41‘ S-Br und 66° 28‘ O-Lg 
befand, war für dies Schiff ebenso, wie für den „Armin“, der Wind nach 
NW (5) umgelaufen, hielt sich jedoch nun mehrere Wachen in diesem Quadranten, 
aach West drehend und dann zurückkrimpend nach NW. Hs regnete an- 
haltend, und man konnte bemerken, wie die Wolken schnell aus Süd über den
	        
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