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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Von der Sunda-Strafse bis zum Indischen Ozean. 
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gegen, wenn ein steifer Seewind: weht, und der durch denselben erzeugte Seegang 
bis oben in die Bai hineinsteht, dürfte das Gegentheil der Fall sein. Der eigent- 
liche Ort Gorontalo, die Residenz des holländischen Kommissars, liegt noch 
etwa 2 Sm weiter flußsaufwärts. An Erfrischungen ist hier so ziemlich Alles 
zu haben.) 
Die Bai von Pago Jama,*) etwa 20 Sm westlich von Gorontalo, hat 
viel Aehnlichkeit mit derjenigen von Gorontalo, nur ist sie gröfser als die letztere, 
Man ankert in Pogo Jama auf einer Wassertiefe von 54 m (30 Faden) und macht 
das Schiff hinten mit einer Leine am Lande fest. Ohne einen Lootsen ist — wie 
schon gesagt — dieser Ort schwer zu finden; die Karte bietet hierfür keinen 
Anhalt. An Schiffsbedarf ist hier nichts zu bekommen. 
Beschreibung eines schweren Sturmes bei den Kap Verden am 
31. August 1897. 
Von Kapt. HÄVEKER, Postdampfer „Cintra“. 
Von Lissabon am 25. August 1897 3"p abgehend, trafen wir auf unserem 
Kurse nach St. Vincent im Anfange mäfsige Nordwestwinde bei einem Baro- 
meterstande von 764 mm an. Auf 35° N-Br lief der Wind langsam auf Nord und 
ging mit Stärke 4 in den Nordostpassat über, Barometer 762 bis 763 mm,‘ Nachts 
vom 27. bis 28. liefen wir zwischen Teneriffa und Gran Canaria durch; Wind 
und. Wetter blieben in den nächsten Tagen unverändert. Am 30. August näherten 
wir uns San Vincent und liefen um 10*p ein, um den Kohlenvorrath zu ver- 
vollständigen. Der Wind war am Nachmittage des 30. etwas östlicher gelaufen, 
das Wetter anhaltend schön, bei tags etwas diesiger, nachts jedoch klarer Luft 
mit starkem Thau, Bull Point-Feuer kam auf 30 Sm Abstand in Sicht. Da wir 
des besseren Ankerns halber von SW her in Porto Grande einliefen, bemerkten 
wir, dafs der dunkle Sektor des Feuers von Bird Island, welcher in den Karten 
nach San Antonio hin eingetragen ist, nicht vorhanden war. Das Barometer war 
auf 759 mm gefallen. Als das Schiff vor Anker lag, bezog sich der Himmel 
bald mit drohenden Wolken, und es kamen die im Hafen schon häufiger beob- 
achteten, von den Bergen wehenden, sehr steifen Böen durch, manchmal von 
sehr starken Regengüssen begleitet. 
Um 6a des 31. August waren wir mit Uebernahme der Kohlen fertig 
und gingen ankerauf, um die Reise nach Pernambuco fortzusetzen. Auch während 
wir noch dieht unter Land waren, fiel der Wind häufig von den steilen Bergen 
auf das hinter denselben liegende Wasser und verursachte stellenweise ein 
heftiges Kräuseln der Meeresoberfläche, von: welcher an mehreren Orten das 
Wasser in dichten Tropfenwolken einige Fufs hoch in die Luft gewirbelt wurde, 
Der Wind war während dieser Zeit NE und lief, als wir uns mehr von Land 
entfernten, auf ENE (rw.) mit Stärke 5 und bei 757 mm um 8" a. 
Die See nahm zu und wurde gegen 10"a so hoch, dafs wir viel Wasser 
an Deck bekamen. Von dieser Zeit an, und zwar sehr schnell, wurde der Wind 
stürmisch, und die See nahm derartig an Höhe zu, dafs das Schiff vorn sowohl 
wie mittschiffs und hinten Seen übernahm, die Vieles, was in der Eile nicht gut 
in Sicherheit gebracht werden konnte, losrissen und sogar einige feste Schiffs- 
theile zertrümmerten. Die See war zu dieser Zeit so hoch und ihre Oberfläche, 
dürch den Sturm gepeitscht, derartig mit weißen Schaumstreifen bedeckt, dafls 
man sich, wenn die Luft nicht so warm, gewesen wäre, in einen Kap Horn-Sturm 
versetzt glauben konnte. Der Wind hatte zeitweise wohl eine Stärke von 
1) Es finden sich noch einige andere Beschreibungen über Gorontalo in diesen Annalen, so 
z. B. Jahrg. 1895, 5.282 ff. Die auf S. 284 a. a. O0. von De Zee übernommene Anmerkung trifft 
nicht zu, es giebt nach dem neuesten‘ Katalog der Engl. Adm. Karten keinen Plan von Pagu-Jama 
(Belatu), die dort erwähnte Engl. Adm, Karte 931 ist eingezogen. Vgl. auch Segelhandbuch für den 
indischen Ozean S. 641 #. D. R. 
2) S. Eastern Archipelago part. II, S, 368 unter Pazu Yama. D, R.
	        
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