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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1913. 
Anschaulicher und mit weniger Rechnung gewinnen wir ihn indessen auf 
graphischem Wege, Vereinigen wir die Werte zu Gruppenmitteln, die von 0 bis 4, 
4 bis 8 usw. mm Abweichung an einer Station, also einerseits in horizontalem, 
anderseits in vertikalem Sinne zeigen, so erhalten wir Zahlenreihen, die in Fig. 5 
bis 8 graphisch dargestellt sind. Die Kreuzchen geben die Mittel der Vertikal- 
spalten, die kleinen Kreise die der Horizontalreihen. Wo innerhalb der Spalte oder 
der Reihe die Einzelwerte — wie dies an den Rändern der Figur der Fall ist — 
sehr ungleichmäßig verteilt sind, sind ihre Mittel auch nach der zweiten 
Dimension nicht in die Mitte, sondern in den angenäherten Schwerpunkt ein- 
gesetzt worden. Die Kreuze und die Kreise ordnen sich nun in zwei annähernd 
gerade Reihen, deren Verlauf durch die beiden Geraden VV und HH in den 
Figuren ausgedrückt ist, die nach Augenmaß so gezogen sind, daß die Ab- 
weichungen der einzelnen Marken von ihnen einander annähernd die Wage halten. 
VYV ist das Mittel der Vertikalspalten, HH das der Horizontalreihen, 
Würden die verglichenen Größen in gar keiner Abhängigkeit voneinander 
stehen, so würden die Mittel der Reihen untereinander annähernd gleich sein, 
also in eine vertikale Linie fallen, und ebenso die Mittel der Spalten in eine 
horizontale; die beiden Linien würden also einen rechten Winkel miteinander 
bilden, Umgekehrt, würde die Abhängigkeit der beiden Größen eine vollkommene 
und beständige sein, so würden beide Linien in eine schräge Linie zusammenfallen. 
Das von den englischen Statistikern vorgeschlagene Maß für ihre gegenseitige 
Abhängigkeit — der Korrelationsfaktor — läßt sich nun graphisch so aus- 
drücken: sei @ der Winkel, den die Linie V V mit der Horizontalen, und ß der, 
den die Linie HH mit der Vertikalen macht, so ist 
r = V tang «+ tang ß. 
Läuft YV horizontal und HH vertikal, so ist r = 0; fallen dagegen VV 
und HH zusammen, so wird r= 1; der Korrelationsfaktor ist also stets ein 
echter Bruch, und zwar wird er als positiv bezeichnet, wenn Abszissen und 
Ordinaten gleichzeitig wachsen, wie in Fig. 4 und 8, als negativ, wenn das Steigen 
der einen mit dem Fallen der andern verbunden ist, wie in Fig. 1, 2, 5 und 6. 
In allen Figuren ist mit »Hor.« (horizontal) und »Vert.« (vertikal) an- 
gegeben, welche Koordinate die Barometerstände welcher Station wiedergibt. 
Fig. 5 entspricht Fig. 1; Fig. 6, 7 und 8 den Figuren 2, 3 und 4. Der Kor- 
relationsfaktor ergibt sich, aus der Neigung und Richtung der Geraden, wie folgt: 
Fig. 5: Die Kreuze und die Gerade VV stellen die Barometerstände von 
Ponta Delgada, geordnet nach den gleichzeitigen von Stykkisholm dar; die 
Kreise und die Gerade H H umgekehrt die von Stykkisholm, geordnet nach denen 
von Ponta Delgada; mit andern Worten: für V V dient Ponta Delgada, für HH 
Stykkisholm als Argument, die andere Größe als Kollektivgegenstand. Das 
Zeichen ergibt sich aus der Richtung der Diagonale und bedeutet + über- 
wiegende Übereinstimmung, — überwiegenden Gegensatz, Der Korrelationsfaktor 
ist r =— — V 0330.80 = — 0.52. 
Fig. 6: Argument für die Kreuze Stykkisholm, für die Kreise Wien; 
—V 0.30 > 0.60 = — 0.42. 
Fig. 7: Argument für die Kreuze Wien, für die Kreise Ponta Delgada; 
AL VY011>0.24=-0.16. 
Fig. 8: Argument für die Kreuze Berlin, für die Kreise Wien; 
+ V081><1.00 = +0,90. 
Diese Methode läßt sich auf viele Fragen der Meteorologie und der ver- 
wandten Wissenschaften mit Vorteil anwenden,
	        
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