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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1911. 
drei Berggipfel der Insel Kheum Wolmi und ist von der Reede aus deutlich zu 
erkennen, Verbunden ist diese Signalstation mit dem meteorologischen Obser- 
vatorium (siehe unter Zeitsignale) durch telegraphische Leitung. An dem 
Signalmast werden täglich um 3» N. nach koreanischer Normalzeit die Wetter- 
signale für die nächsten 24 Stunden wiederholt, die bei dem meteorologischen 
Observatorium gehißt werden, Außer den in Japan gebräuchlichen Signalen 
verwendet man hier noch zwei lange, schmale Wimpel, und zwar einen roten für 
zunehmende und einen weißen für abnehmende Temperatur. Über Sturm- 
warnungen für Japan vgl. »Annal. d. Hydr. usw.« 1908, S. 317, Brit. Shb. 
»Japan, Korea usw.« 1904 und Nachtrag 1909, 91 m (100 Yards) in der Richtung 
rw. 333° (mw. NNW) von dem nördlichen Signalmast auf der Insel Kheum Wolmi 
(Orumi TO) ist ein Funkspruchmast errichtet worden, 
Quarantäne. Ein Quarantänehospital befindet sich auf Orumi Tö (Kheum Wolmi). 
Einkommende Schiffe müssen Nationalflagge, Unterscheidungssignal und Quaran- 
täneflagge hissen und die Visite des Zolloffiziers abwarten, ehe mit dem Lande 
in Verbindung getreten werden darf, 
Zollbehandlung ist wie in fast allen japanischen Häfen kulant, wenn die 
Beamten gut behandelt werden. Zoll- und Quarantäneabfertigung vollzieht sich 
schneller und einfacher, wenn man vorher schon einen japanischen Hafen ange- 
laufen hat und japanische Papiere vorlegen kann. Vom Auslande kommend 
werden an Schiffspapieren verlangt: Schiffszertifikat, Ladungsmanifest oder 
Konnossemente, Proviant- und Mannschaftsliste, Musterrolle, Lukenplan, schriftliche 
Anmeldung für das Konsulat, Schein für bezahlte Tonnengelder muß gelöst 
werden, er gilt für vier Monate innerhalb des japanischen Reiches. 
Der Ankerplatz auf der Reede von Chemurupo ist südwestlich von Sö 
orumi Tö (So Wolmi) gelegen. Die Wracke Sungari und Korejetz, die seit 1904 
dort lagen, sind jetzt beseitigt; durch andauernde Baggerarbeiten ist der langsam 
fortschreitenden Versandung des Ankerplatzes Einhalt getan. Die Gezeiten- 
ströme setzen mit beträchtlicher Geschwindigkeit, bei Flut in nördlicher, 
bei Ebbe in südlicher Richtung, Querab von Sö orumi Tö (So Wolmi) pflegt 
man auf 9m (5 Fad.) bis 15m (8 Fad.) zu ankern. Auf dem Westende von 
Orumi Tö ist eine weiße hölzerne 6.1 m (20°) hohe Säule mit dreieckigem Topp- 
zeichen in folgenden Peilungen errichtet worden: Mutchi Tö (129’ Hügel) rw.345.5° 
{mw, N’/W), 151/, Kblg, Baumgruppe auf Pamu Somu rw. 21° (mw. NNO1/,0). 
Die Richtlinie dieser Bake mit der Baumgruppe auf Pamu Somu führt durch 
das tiefste Wasser zum Außenhafen von Chemurupo. Etwa 1 Sm westsüdwestlich 
von So Wolmi befindet sich eine Baggerschüttstelle; Schiffe mit großem Tiefgang 
müssen daher beim Ansteuern des äußeren Ankerplatzes Vorsicht gebrauchen. 
Gezeiten, Die geographische Lage des Pegels bei Orumi Tö ist 37° 27’ 47” 
N-Br. und 126° 36’ 7” O-Lg.; sein Nullpunkt liegt 0.6 m (2°) unter mittlerem 
Niedrigwasser und 0.1 m (5”) über Springniedrigwasser. Nach den deutschen 
Gezeitentafeln für 1912 ist bei Chemurupo die Hafenzeit 5% 35min, die Hoch- 
wasserhöhe beträgt bei Springtide 8.5 m, bei Nipptide 6.7 m. Nach japanischen 
Angaben sind die Größen wie folgt: bei Chemurupo Hafenzeit 54 3min, Hoch- 
wasserhöhe bei Springtide 9.5 m (31'/,’), bei Nipptide 6.6 m (21!/’); bei Taku 
chaku Hafenzeit 4b 39min, Hochwasserhöhe bei Springtide 8.4 m (27'/2’), bei 
Nipptide 5.6 m (183/,/); im Masampo-Hafen Hafenzeit 4h 51min, Hochwasserhöhe 
bei Springtide 9.1 m (30’), bei Nipptide 6.7 m (22’); bei der Insel Shopaiul ist 
nach Kapt. Mörsel die Hafenzeit 3b 30min, Der Tidenhub ist im Sommer und 
Herbst größer, als im Winter und Frühling, In der Zeit vom Juni bis September 
sind gelegentlich Hochwasserhöhen bis zu 11 m (37’) beobachtet worden. 
Den durchschnittlichen Tidenhub bei Springtide gibt Mörsell) zu 8,5 m, 
bei Nipptide zu 5.8 m an. Als Beispiel für die Unterschiede im Wasserstande 
sei die folgende Tabelle angeführt, die auch sehr beachtenswerte Bemerkungen 
über den Einfluß des Windes auf den Wasserstand enthält: 
1) Der inzwischen verstorbene deutsche Kapitän F. H. Mörsel war in koreanischen Diensten 
Lotse, dann Hafenmeister in Chemurupo und schließlich beim Zollamt tätig.
	        
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