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Es muss hier bemerkt werden, dass eine Kontrole der Angaben über den Barometerstand auch
in der Weise vorgenommen wird, dass die in der Nähe der europäischen Küsten ausgeführten Schiffs-Beobachtungen
mit den Beobachtungen der zunächst liegenden meteorologischen Landstationen unter Zuliülfenahme
synoptischer Karten verglichen werden. Bei der Prüfung der Journalspalte für den Barometerstand
handelt es sich selbstverständlich immer nur um Beobachtungen vermittelst des Quecksilber-Barometers.
Beobachtungen am Aneroid-Barometer werden überhaupt für unbrauchbar erklärt.
Seit dem Jahre 1878/79 ist in dem Etat der Seewarte eine Summe vorgesehen, welche dazu dient
solche Kapitäne der Handelsmarine, die sich durch besonderen Eifer in der Förderung der Ziele des
Institutes hervorthun, durch Verleihung einer Prämie auszuzeichnen. Am Schlüsse des letzten Jahres
wurde einigen 20 Kapitänen diese Auszeichnung zu Theil. *) Als Geschenke für diesen Zweck wurden
Uhren, Atlanten, Bücherwerke u. s. w. verwendet.
Die Verwerthung der meteorologischen Journale geschieht je nach dein in's Auge gefassten Zwecke
in verschiedener Weise. Zunächst wird' den eingegangenen Journalen ein kurzer Reisebericht entnommen,
welcher Angaben über die eingeschlagene Route, über die auf derselben angetroffenen Wind- und Strömungsverhältnisse
und Phänomene und über sönstige Umstände von Wichtigkeit enthält. Alle Auszüge, welche
aus den während eines Monats bei der Seewarte eingegangenen Journalen gemacht wurden, werden sobald
als thunlich in einem besonderen Artikel vereinigt in den Annalen der Hydrographie und Maritimen
Meteorologie-veröffentlicht, so dass eine jede Nummer dieser Zeitschrift einen solchen Gesammtbericht
enthält. Diese Berichte haben in der schmucklosen und einfachen Form, in der sie abgefasst
sind, den grossen Nutzen, dass sie den Kapitänen Gelegenheit geben, ihre für eine Reise gewählte
Route mit solchen anderer Schiffe zu vergleichen, welche zur selben Jahreszeit oder selbst gleichzeitig
dieselbe Reise ausführten, und dass sie durch diesen Vergleich belehrend wirken, weil auf diese Weise
die Ursache der Verzögerung oder des ungewöhnlich raschen Fortganges zu Tage tritt. Von einer kritischen
Besprechung der ausgeführten Reisen wird in diesen Reiseberichten aus naheliegenden Gründen Abstand genommen.
In dieser Fassung werden die Reiseberichte von den Kapitänen mit Beifall aufgenommen und
erhalten das Interesse derselben für die Arbeiten der Seewarte.
In den zwei Jahrgängen der Annalen von 1877 und 78 sind im Ganzen 200 Berichte veröffentlicht
worden. Separat-Abzüge derselben werden, zu zw-ei Bänden vereinigt und mit einem Index versehen, den
Mitarbeitern der Seewarte zum Geschenk gemacht. Es besteht die Absicht, dass für die Folge ein jeder
Jahrgang dieser Reiseberichte mit einem zusammenfassenden, das Resultat der Folgerungen aus denselben
in praktischer und allgemein fasslicher Weise darlegenden Berichte abschliessen soll.
Hier mögen auch, als zu den weniger umfangreichen, aber nichts desto weniger höchst fruchtbringenden
Arbeiten der Abtheilung I gehörig, die für die Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie
verfassten und daselbst veröffentlichten Aufsätze über maritim-meteorologische, hydrographische
und allgemein nautische Gegenstände Erwähnung finden. Sie haben vor Allem den Zweck bis zur Herausgabe
besonderer Monographien über ozeanische Reisen, Segelhandbücher, die durch den Mangel solcher
Werke für den deutschen Seemann fühlbaren Lücken so viel als thunlich auszufüllen. Auf diese Weise
wurden im Laufe der verflossenen 4 Jahre von dem Personale des Institutes (allerdings nicht allein der Abth. I)
45 bis 50 grössere und kleinere Artikel, zum Theil mit Karten und Diagrammen versehen, ausgearbeitet
und veröffentlicht. Auch mit Bezug auf diese Arbeiten besteht die Praxis, dieselben in Bänden vereinigt
und mit Index versehen den für die Seewarte arbeitenden. Kapitänen gratis zum Gebrauche zu übergeben.
Die Ausfertigung von Segelanweisungen für spezielle Reisen, welche aber nicht regelmässig, sondern
nur auf besonderen Wunsch des Kapitäns in schriftlicher Form gegeben werden, ist gleichfalls ein Theil
der Arbeit der maritim-meteorologischen Abtheilung. Es tragen diese Segelanweisungen durchweg das Gepräge
allgemein gehaltener Anleitungen zur Ausführung einer Reise und regen zur Beobachtung über interessante
Fragen an, etwa als ob sie Theile eines Segelhandbuches wären.
Der Seewarte fällt ferner die Aufgabe zu, Segelhandbücher für die verschiedenen Meere und verschiedenen
Reisen zum Vortheile des Weltverkehrs zur See auszuarbeiten und zu veröffentlichen. Werke die*)
Siehe Abschnitt IV. des Berichtes Seite 40 u. 41.