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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Maurer, H:: Eine neue graphische Azimut- und Kurs-Tafel etc. 127 
Süd nach derjenigen Seite hin gezählt ist, nach der das Ziel vom Ausgangsort 
bezw. der Stern vom Beobachtungsort liegt. Unter den Bedingungen 0 <A «<< 180° 
und — 90° <p< 90° bleibt y, ==a-sini-secg immer positiv, d. h. wir 
brauchen von der Tafel nur die über der x-Achse liegende Hälfte. Wir 
rechnen 6 auf der x-Achse nach rechts positiv, nach links negativ. Für A 
werden auf der y-Achse nur die Werte von 0 bis 90° angeschrieben. Bei einem 
Wert 1>> 90° ist die’ Hyperbel (180 — 4) zu benutzen, nur muß man dann 
auch das Vorzeichen von @ umkehren. Dann gilt für die Lage des Punktes 
(x Yo) oder (1g): Der Punkt (1) liegt von der y-Achse: 
rechts, wenn g und (4 -— 90) ungleiches, . 
links, wenn g und (2— 90) gleiches Vorzeichen haben, 
und die Ablesegerade bildet dann stets mit der positiven x-Richtung den von 
Süd aus gerechneten Kurs- bzw. Azimutwinkel. Selbstverständlich kann man, 
wenn dies praktisch erscheint, statt A (180° — A) an der negativen x- Achse 
am Transporteur ablesen. 
Praktische Maße der Tafel und Beispiele. 
Setzt man a = 50 mm und macht die Tafel 150 mm hoch und 300 mm 
lang, so kann man auf ihr @ und ö bis etwas über 70° darstellen. Den ver- 
längerten Nullschenkel des Transporteurs muß man dann 340 mm lang wählen, 
Bei einem Radius des Transporteurkreises von 120 mm wird ein Grad noch in 
einer Größe von etwas mehr als 2 mm abgelesen, so daß Zehntelgrade des 
Azimutes geschätzt werden können, 
” Auf der beigegebenen Tafel ist der Abakus, auf %/, der hier angegebenen 
Maße verkleinert, mit Teilpunkten von 5 zu 5° ausgeführt. Als Beispiele 
mögen ‚die folgenden Aufgaben dienen: . 
I. Kurs bei St. Thomas (171/,° N-Br., 641/,° W-Lg.) auf der Route nach Kap 
Lizard (50° N-Br., 6° W-Lg.) gesucht. Es ist also: 
i=+50° g= 171° 2A == 58%. 
Die Gerade I bildet mit der negativen x-Achse einen Winkel von 41.1°; 
Kurs bei St. Thomas N 41.1°0. 
Bei Benutzung des Transporteurs werden diese Geraden nicht gezeichnet, 
sie bezeichnen hier nur die Lage des Nullschenkels des Transporteurs, 
IL. Kurs bei Point de Galle (6° N-Br., 801/,° O-Lg.) auf der Route nach Kap 
Leeuwin (34° S-Br., 115° O-Lg.) gesucht. Es ist also zu. setzen: 
ö = — 34° pp = +6° A = 341,9. ; 
Die Gerade II bildet mit der positiven x-Achse den Winkel 36.8°; Kurs 
bei Point de Galle S 36.8°O, 
HI. Gesucht ist der Kurs bei Yokohama (36°N-Br., 140°O-Lg.) auf der Route 
„nach der Osterinsel (27.5° S-Br., 109° W-Lg.). Man hat zu setzen: 
= 275 gp=+360° = 1110, 
Da 111° > 90° ist, ist die Hyperbel A = 180° — 111° = 69° und 
? = -— 36° zu wählen. ; 
Die Gerade III bildet mit der positiven x-Achse den Winkel 77,3°. Der 
Kurs bei Yokohama ist also S 77.3°O0. 
IV. Auf 30° N-Br. ist um 5®N. (Wahre Ortszeit) am 283. Juli 1904 die 
Sonne gepeilt worden. In welchem Azimut stand sie? Man hat zu setzen: 
= 30° A (Stundenwinkel) = 75° 6 (Sonnendeklination) == 20°, 
Die Gerade IV bildet mit der positiven x-Achse den Winkel 100,9°. 
Das Azimut der Sonne war S 100.9°W oder N 79.1°W.- 
V. Ein Schiff auf 45° N-Br. und 10° W-Lg. peilte am 17. Oktober 1904 
um 8b 6min V, M. Gr. Zt. die Sonne an der Peilscheibe in 89.2° an B-B., während 
es am Regelkompaß SW anliegt. Welches ist der astronomische Kurs und’: wie 
groß die Deviation, wenn die örtliche Mißweisung 19.0° W beträgt? 
Sh 6min M. Gr. Zt. = 7h 26min M. O. Zt. 
Zeitgl. — 14min 
Wahre OÖ. Zt. = 7b 40min 2 = 4h 20min — 65° 
Deklination der Sonne d — —8.4° Breite des Ortes o = 45°.
	        
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