4
Aus dem Reisebericht der deutschen Brigg „Bertha“.
Monganui, Neu-Seeland.
Nachdem „Franz“ am 14, Juni nach 11tägiger Fahrt Sydney erreicht
hatte, wurde dieser Hafen am 5. Juli mit der Bestimmung Monganui wieder
verlassen und letztgenannter Platz nach einer Reise von 13 Tagen am 18. Juli
arreicht,
Monganui liegt an der Nordostküste der Nordinsel Neu-Seelands an der
Bai gleichen Namens, welche die Südostecke der Doubtless-Bai bildet. Der
Eingang ist zwar nur enge, aber leicht anzusegeln, und der Hafen bietet
sicheren Schutz gegen alle Winde. Mit stürmischen NE- bis N-Winden kommt
wohl etwas Dünung in den Hafen, doch nicht derart, dafs ein Schiff gefährdet
oder das Löschen und Laden irgendwie behindert würde. Es wird hier nur
Kauriholz verschifft und zwar durch -die „Auckland-Timber-Company“. Die
Gesellschaft ist im Besitz einer Sägemaschine, und die Schiffe laden an ihrer
Werft. An derselben bleiben bei Niedrigwasser nur 2,2 bis 24m — 7,5 bis
8 Fuß — Wasser stehen, so dafs die Schiffe jede Tide auf Grund kommen,
doch schadet dieses nicht, da der Boden weich ist. Das Wasser steigt und
fällt 1,5 bis 21m — 5 bis 7 Fufs — und können deshalb Schiffe mit einem
Tiefgang bis zu 3,6 m — 12 Fuß — stets an der Werft beladen werden. Das
Laden geht gut und leicht von Statten, was besonders daher kommt, dafs die
Verlader einem gern so viel als möglich behülflich sind, ähnlich wie die
Empfänger in Sydney beim Löschen. Das Hafengeld beträgt 6 d. die Register-
tonne, Lootsgeld wird nach Uebereinkommen bezahlt, der Arbeitslohn beträgt
Esh. 6 d. den Tag, Stauerlohn 1 sh. für 1000 laufende Fufßs Holz; das Fleisch
kostet 4 d. pro !/a Kilo. Die Stadt oder vielmehr das Dorf Monganui hat nur
einige Hundert Einwohner.
Die Witterung in Monganui vom 18. Juli bis 12, August 1886 hatte einen
merkwürdig regelmäfsigen Verlauf, indem jede Woche vier schöne Tage hatte,
während die übrigen drei stürmisch und regnerisch waren. Der Wechsel vollzog
sich in folgender Weise: Am Donnerstag Abend hatte das fallende Barometer
noch eine Höhe von 763 bis 765mm (unred.), worauf am Freitag Morgen Sturm
aus NNE mit Regen einsetzte, der bis zum Sonnabend Nachmittag anhielt;
dann ging der Wind auf NW, und das Barometer, welches auf 752 oder 755 mm
(unred.) gefallen, begann wieder zu steigen. Das bis dahin böige Wetter klarte
im Laufe des Sonntags nach und nach ab. Von Montag an, an welchem Tage
wir regelmäßig die Segel trocknen konnten, war das Wetter schön. Am Schlufs
der Woche war einmal Neu-, einmal Vollmond und einınal Mondviertel,
Barahona, Punta Palmas und Petit Trou an der Südküste von Haiti,
Von Kapt. A. Frantz, Führer der deutschen Brigg „Bertha“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Ueber Barahona findet man in den vorhandenen Segelanweisungen nur
sehr dürftige Notizen, und scheint weder der Hafen, obschon derselbe in der
Englischen Karte angegeben ist, noch die Küste in der Karte genau vermessen
zu sein. Einige kurze Bemerkungen über Barahona und ein von mir entworfener
ungefährer Plan von dem Hafen und dessen Einfahrt, der hier beigegeben ist,
dürften daher wohl von einigem Nutzen sein.
Der Ankerplatz ist etwa eine Kabellänge vom Strande, wo das zu ver-
ladende Holz gewöhnlich liegt, entfernt; er wird durch die vorliegenden Riffe
geschützt, und nur von ONO steht mitunter etwas Dünung hinein, welche die
Schiffe rollen macht. Die Wassertiefe beträgt daselbst reichlich 4,5m (15 Fufs),
und der Ankergrund, welcher sehr gut hält, ist Mudäd.
Beim Ansegeln steuere man längs des Riffes, welches sich in seiner
weitesten Ausdehnung 5/4 Sm von der Küste erstreckt und parallel derselben
hinzieht, so weit in.die Neiva-Bai nordwärts, bis Point Martin de Garcia etwas
östlicher als ONO und Barahona, dessen weilse hölzerne Kirche und andere