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Volltext : Jahresbericht 1875-1878

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Deviations-Journale  wurden  ausgegeben:
An  Dampferkapitäne  41
An  Segelsehiffkapitäne  52
Gesammtsumme  93  Deviations-Journale.
Mit  Beobachtungen  angefüllte  Deviations-Journale  wurden  zurück  gegeben:
Von  Dampferkapitänen  31
Von  Segelschiffkapitänen  18
Gesammtsumme  49
Es  muss  zum  richtigen  Verständnisse  der  durch  diese  Zahlen  dargestellten  Arbeit  beachtet  werden,
dass  jedes  Schiff,  sowohl  was  die  Untersuchung  als  auch  was  die  Führung  des  Deviations-Journales  betrifft,
bei  der  Angabe  obiger  Zahlen  nur  einmal  gezählt  wurde.  An  Bord  der  aufgeführten  81  Dampfer  —  es
sind  dies  die  Dampfer  der  Hamburg  -  Amerikanischen  Packetfahrt  -  Gesellschaft,  des  Norddeutschen  Lloyd,
der  Hamburg-Südamerikanischen  Linie  und  der  Kosmos-Linie  —  wird  das  Journal  regelmässig  geführt.  Von
einigen  Segelschiffen  liegen  auch  bereits  die  Beobachtungen  von  mehreren  Beisen  vor.
Aus  den  hier  gegebenen  Zahlen  und  Erörterungen  erhellt  zur  Genüge,  dass  mit  Beziehung  auf  die  Behandlung ­
  der  Deviation  der  Kompasse  an  Bord  eiserner  Schiffe  innerhalb  der  wenigen  Jahre  des  Bestehens
der  Deutschen  Seewarte  eine  wesentliche  Aenderung  zum  Besseren  herbeigeführt  wurde.  Es  ist  die  Zeit
der  Einführung  der  wissenschaftlichen  Behandlung  der  Sache  in  der  praktischen  Navigirung  vorüber,  indem
man  wohl  sagen  kann,  dass  die  von  der  Seewarte  und  ihren  Organen  vertretenen  Gesichtspunkte  sich  einer
nahezu  allgemeinen  Annahme  zu  erfreuen  hatten.  Die  Arbeit  und  Hülfeleistung,  welche  bisher  noch  dem
praktischen  Zweige,  der  Bestimmung  der  Deviation  zu  Zwecken  der  Navigirung,  zugewendet  werden  musste,
wird  von  Jahr  zu  Jahr  abnehmen,  so  dass  die  Abtheilung  II  wesentlich  ihr  Augenmerk  dem  Ausbau  und
der  Vervollkommnung  der  Lehre  von  der  Deviation  wird  zuwenden  können.  Ein  Werk  über  diesen  Gegenstand, ­
  welches  von  der  Direktion  bearbeitet  wurde  und  seiner  Fertigstellung  in  nicht  ferner  Zeit  entgegen
geführt  werden  soll,  wird  einestheils  die  häufigen  Anweisungen  überflüssig  machen  und  anderntheils  die
Arbeit  auf  See  mehr  und  mehr,  sowohl  im  Sinne  der  Praxis,  wie  im  Sinne  der  Theorie,  in  die  richtigen
Wege  leiten.

d.  Beobachtungen  über  den  Werth  der  Elemente  des  Erdmagnetismus.
Sobald  die  Einrichtungen  und  Beschaffungen  so  weit  vorangeschritten  waren,  wurde  mit  den  Beobachtungen ­
  der  Werthe  der  magnetischen  Elemente  in  Hamburg  und  an  den  übrigen  Küstenpunkten  begonnen.
Diese  Beobachtungen  beschränkten  sich  zunächst  auf  Bestimmungen  der  magnetischen  Deklination  (Variation
des  Kompasses)  und  der  magnetischen  Inklination  (Neigung  der  Nadel)  und  wurden  im  Kompass-Observatorium ­
  der  Zentralstelle  zuerst  im  September  1875  ausgeführt,  während  an  den  Hauptagenturen,  da  die  Instrumente ­
  für  dieselben  nicht  so  schleunig  zu  beschaffen  waren,  erst  einige  Zeit  später  damit  der  Anfang
gemacht  werden  konnte.
Bei  diesen  Beobachtungen  wurden  die  bereits  oben  beschriebenen  Instrumente  benutzt:  an  der  Zentralstelle ­
  für  Deklination  der  Normalkompass,  das  Deviationsmagnetometer  und  das  Marine-Deklinatorium,  an
den  Agenturen  der  Azimutkompass  (mit  umlegbarer  Rose)  und  das  Deviationsmagnetometer,  und  für  Inklinationsbestimmungen ­
  an  der  Zentralstelle  das  Meyerstein’sche  Inklinatorium  und  der  Inklinationsaufsatz
(mit  zwei  Nadeln)  des  Deviationsmagnetometers.  Letzteres  Instrument  wurde  an  den  Hauptagenturen  allein
für  diesen  Zweck  zur  Verwendung  gebracht,  und  zwar  wurden  die  Nadeln,  da  dieselben  auch  zur  Bestimmung
des  Krängungsfehlers  an  Bord  eiserner  Schiffe  zu  benutzen  waren,  nicht  ummagnetisirt,  sondern  der  Kollimationsfehler ­
  derselben  bestimmt  und  in  Rechnung  gebracht.
Im  Kompass-Observatorium  wurde  zeitweise  ein  magnetischer  Theodolit  nach  Lamont  zur  Ermittelung
der  absoluten  magnetischen  Deklination  und  zur  Inklinationsbestimmung  mittelst  der  Induktion  in  weichen
Eisenstäben  (Differential-Inklinatorium  nach  Lamont)  verwendet.  Mit  demselben  Instrumente  wurden  auch
die  Werthe  der  Horizontal-Komponente  des  Erdmagnetismus  unter  Anwendung  zweier,  auf  ihre  Konstanten
geprüften  Magnete  durch  Ablenkungen  und  Schwingungen  bestimmt.
Eine  Reduktion  der  Beobachtungen  auf  einen  Normalstand  wurde  in  keinem  der  Fälle,  in  welchen
Beobachtungen  in  Hamburg  oder  an  der  Küste  gemacht  wurden,  ausgeführt,  da  die  hierfür  erforderlichen

Archiv.  1878.  1.

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