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Full text : Jahresbericht 1875-1878

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Nr.  28  des  Anhanges  zu  diesem  Berichte  giebt  das  Schema  für  die  Eintragung  der  Resultate  aus  der  Diskussion ­
  der  im  Deviationsjournale  enthaltenen  Beobachtungen  und  ist  nur  noch  zu  erwähnen,  dass  die  Resultate ­
  von  Segelschiffen  und  jene  von  Dampfschiffen  getrennt  gebucht  werden.  Für  jedes  Schiff  werden  2
bis  8  Seiten  in  dem  betreffenden  Buche  reservirt,  so  dass  auch  hier  wieder  eine  vollständige  Geschichte
des  magnetischen  Verhaltens  desselben  niedergelegt  wird.  Es  ist  begreiflich,  dass  in  Folge  der  Organisation
dieser  Arbeiten  in  vergleichsweise  kurzer  Zeit  ein  sehr  reiches  Material  an  der  Zentralstelle  zusammenfloss.
Ebenso  einleuchtend  ist,  dass  über  dieses  Material,  wenn  es  überhaupt  nutzbar  gemacht  werden  sollte,  ein
genaues  Nachweis-Register  geführt  werden  und  dass  dasselbe  in  zweckentsprechender  Weise  aufbewahrt
werden  musste.  Das  Letztere  wurde  dadurch  erreicht,  dass  die  Beobachtungen  und  die  Resultate  daraus
für  die  einzelnen  Schiffe  getrennt  gehalten  und  in  einem  besonderen  Hefte  aufbewahrt  werden,  welches  auch
mit  einem  übersichtlich  angeordneten  Resumé  der  Eigentümlichkeiten  der  Konstruktion,  der  Kompassaufstellung ­
  des  betreffenden  Schiffes,  der  Deviationen  an  Bord  und  der  sonstigen  für  die  Beleuchtung  der
Sache  wichtigen  Bemerkungen  versehen  ist.
Die  wissenschaftliche  Verwertung  des  gesammelten  Beobachtungsmateriales  wurde  einmal  nach  den
durch  die  Theorie  der  Deviationslehre  gegebenen  Methoden  herbeigeführt,  dann  aber  wurde  auch  darauf
Bedacht  genommen,  dass  einzelne,  bisher  noch  sehr  dunkle  und  ungenügend  definirte  Vorgänge  in  dem
magnetischen  Charakter  eines  Fahrzeuges  und  um  einen  besonderen  Kompass  eine  Beleuchtung  finden
konnte.  Hierher  gehört  vorzugsweise  die  Reihe  von  Erscheinungen,  welche  durch  die  Veränderungen  im
Verlaufe  längerer  Reisen  durch  Kursänderungen  oder  durch  längeres  Liegen  auf  einem  Kurse,  durch  die
Veränderung  der  geographischen  Position  und  der  damit  im  Zusammenhänge  stehenden  Verschleppung  des
Magnetismus  bedingt  werden.  Die  Resultate  dieser  Untersuchungen  sind  in  einzelnen  Abhandlungen  niedergelegt, ­
  von  welchen  die  Rede  sein  wird  bei  Gelegenheit  der  Darlegung  der  literarischen  Thätigkeit  der
Seewarte.
Es  bedarf  wohl  kaum  der  besonderen  Erwähnung,  dass  die  Güte  und  Verwendbarkeit  des  hier  in  allgemeinen ­
  Zügen  gekennzeichneten  Materiales  abhängig  war  von  der  Güte  der  verwendeten  Kompasse  und  deren
richtiger  Aufstellung  an  Bord.  Diesen  Dingen  wurde  denn  auch  von  Seite  der  Direktion  im  Interesse  der
hier  in  Frage  stehenden  Weiterentwickelung  unserer  Wissenschaft  eine  gründliche  Aufmerksamkeit  gewidmet.
Wie  nothwendig  dies  war,  haben  wir  früher  schon  gesehen  und  es  bleibt  nur  zu  erwähnen,  dass  im  Laufe
einiger  Jahre  mit  Beziehung  auf  Zuverlässigkeit  der  Beobachtungen  und  der  dadurch  bedingten  Verwendbarkeit ­
  derselben  ein  erheblicher  Wechsel  zum  Besseren  herbeigeführt  wurde.
Hier  darf  noch  ein  Umstand,  der  einen  nicht  unerheblichen  Einfluss  auf  die  Verwerthung  der  in  den
verschiedenen  Meeren  der  Erde  angestellten  Deviationsbeobachtungen  ausübt,  nicht  unerwähnt  bleiben.
Wir  meinen  die  mangelhafte  Kenntniss  der  Werthe  der  magnetischen  Elemente,  welche  bei  den  Berechnungen
und  Diskussionen  zur  Anwendung  kommen  müssen.  Die  meisten  der  vorhandenen  Karten  oder  Verzeichnisse,
welche  die  magnetischen  Elemente  enthalten,  sind  veraltet  und  bedürfen  einer  gründlichen  Neubearbeitung.
In  diesem  Falle  theilt  die  deutsche  nautische  Literatur  den  Mangel  mit  jenen  anderer  seefahrenden  Nationen.
Eine  Abhülfe  nach  dieser  Richtung  wird  wohl  erst  nach  geraumer  Zeit  geschaffen  werden  können.

Statistischer  Nachweis  über  Inanspruchnahme  der  Seewarte  und  Schlussbemerkungen.
Seit  Beginn  der  Thätigkeit  des  Institutes  sind  in  der  vorbeschriebenen  Weise  von  der  Zentralstelle
und  den  Agenturen  135  verschiedene  Schiffe  auf  ihre  Deviations-Verhältnisse  untersucht  worden.
Diese  Thätigkeit  vertheilt  sich  auf  die  einzelnen  Hafenorte  und  mit  Beziehung  auf  die  Schiffsgattungen,
ob  Segelschiff  oder  Dampfer,  wie  folgt:
Hamburg:  50  Dampfschiffe  und  28  Segelschiffe,  zusammen  78,

Bremerhaven  :
Neufahrwasser
Swinemünde:.
Flensburg:..  .

.  9
.10
.  7

18
0
0
7

24,
9,
10,
14,

Gesammtsumme  135.
Die  Anzahl  der  ausgeschriebenen  und  den  Kapitänen  der  einzelnen  Schiffe  mitgegebenen  Anleitungen,
in  dem  oben  geführten  Sinne,  beläuft  sich  auf  93.
            
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