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Full text: 48, 1929/1930

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Ans dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 48. Bd. Heft 5. 
Rippela und Strombänke. 
Wir kämen nun zum letzten Sonderabschnitt, der einige Beobachtungen und Skizzen über die sehl- 
interessanten Oberflächenfoimen der Rippein und Strombänke bringen soll. Wie wir im allgemeinen Teil 
bereits sahen, spielen diese Formen für das kandsehaftsbild der Watten eine ungeheure Rolle. So auf 
fällig und allgemein sind diese Bildungen, daß sie von dem Yorstellungsbikl der Watten ebensowenig 
zu trennen sind wie etwa die Priele. 
Bei dieser Häufigkeit und Wichtigkeit berührt es doppelt seltsam, wenn Richter etwa über die Strom 
bänke (vergl. über „Großrippein“ bei Richter) erzählt, daß sie erst auf experimentellem Wege in England 
gefunden werden mußten. Erst dann wies man sie in Flüssen nach, und erst vor kurzer Zeit berichtete 
Richter über diese Erscheinung im Wattenmeer. Das muß unbedingt Verwunderung erregen; denn es han 
delt sich um häufige Bildungen, wie wir später noch sehen werden. 
Diese Verwunderung muß jeden, der das Wattgebiet kennt, auch ergreifen, wenn er von Trusheim 
erfährt, daß auch heutzutage noch die Bildung von Rippein im Schlick vielfach für unmöglich gehalten 
wird. Diese letztere Tatsache wird noch allenfalls dadurch verständlich, daß, wie Trusheim schreibt, das 
eigentliche Schlickwatt bisher nur wenigen Forschern zugänglich war. Daß es sich dort meist um ein schwie 
riges und gar nicht ganz ungefährliches Gebiet bandelt, haben wir bereits im allgemeinen Teil gesehen. 
lieber die Entstehung der Rippein gibt es zahlreiche Theorien. Henning Kaufmann hat in seinem erst 
kürzlich erschienenen Buch „Rhythmische Phänomene der Erdoberfläche“ die hauptsächlichsten von ihnen 
zusammengestellt und kritisch beleuchtet. Vor allem erwähnt er zahlreiche experimentelle Arbeiten 
über die Abhängigkeit der Ausbildung der Rippein von Strömungsgeschwindigkeit, Körnergröße. Wasser 
temperatur «sw. 
Es liegt auf der lland, daß ein Eingehen auf diese zahlreichen Versuche und Theorien in der vor 
liegenden Arbeit nicht möglich ist, die die Rippein ja zudem nur in einem kleinen Unterabschnitt wür 
digen kann. So sollen denn nur einige beschreibende Skizzen folgen und einige Beobachtungen erwähnt 
werden, die vielleicht etwas Licht auf die Umstände werfen, die bei der Entstehung mit wirken. 
Nur eine Bemerkung sei noch gestattet. Man hört vielfach die Ansicht, daß die Rippein durch einfache 
Uebertragung oder Abformung gleichsam als Abbild der Welle entstehen. Auch Behrmann scheint dieser 
Ansicht, wenn er sagt: „Das seichte Wasser wird vom Wind leicht gekräuselt, die leichten Wellen über 
tragen sich auf den Boden und riffeln ihn." Ganz so einfach aber ist die Entstehung der Riffeln keinewegs; 
der Satz von Behrmann gibt nur die äußeren Verhältnisse an: von Wichtigkeit aber ist das „wie“ der 
Uebertragung. 
Wirteilen die Besprechung in zwei Unterteile, die zwar Formen behandeln, die eine große Aehnlich- 
keit miteinander haben, aber bei einer morphologischen Betrachtung getrennt behandelt werden müssen, 
vor allem auch, weil sie eine verschiedene landschaftskundliche Bedeutung besitzen, wie das aus dem all 
gemeinen Teil wohl genügend hervorgeht. Es handelt sich um „Rippein" und „Strombänke“. 
Rippein. 
Die Definition der Rippein sei folgende: R i p p c 1 n s i n d kleinere, vergesellschaftet 
u « f i r e t e n d e, w eile n ähnliche Ober flächen forme n. 
je nachdem die Rippein durch die Tätigkeit des Windes oder des Wassers entstanden sind, können 
wir W i n d r i p p e I n und W asserrip p ein unterscheiden. Windrippein finden sich im Dünengebiet, 
auch wohl auf Strand und Schwemmsandplate. Da sie nicht zum eigentlichen Wattgebiet gehören, sollen 
sie hier unberücksichtigt bleiben. 
Die Wasser tippeln finden sich dagegen überall im Wattgebiet. I eilweisc bedingen sie fast den Cha 
rakter der Landschaft: in anderen Teilen dagegen finden sie sich oft nur spärlich und im Verborgenen. 
Zunächst taucht die Frage nach der Abhängigkeit vom Material auf. 
Da muß zunächst als eindeutiges und klares Beobachtungsergebnis festgehalten werden, daß alle 
Formen von Rippein, die nachträglich beschrieben werden, sowohl im Sandwatt als auch im Mischwatt und 
Schlickwatt gefunden werden können. Es sei hier auch auf die Arbeit von Trusheim verwiesen („Natur 
mul Museum". Bd. 59, Heft 1). in der er wundervolle Abbildungen von Rippein im Schlick bringt und auch
	        
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