Hartmann: Ein Libellenquadrant in neuer Form für astronomische Ortsbestimmungen, 487
einfachen Mechanismus der Feinbewegung und Drehung der Mikrometerschraube
auf eine einzige Manipulation reduziert und dabei wurde eine gänzlich mühelose
Ablesung auf den ersten Blick, ähnlich wie am Zifferblatt der Uhr, erzielt.
Der Limbus, der nur eine ganz grobe Teilung von 5 zu 5 Grad zu tragen
braucht, ist am Rand mit einer Verzahnung von korrekter Zahnform versehen,
die genau einer Einteilung von halben Graden entspricht,
In diese Verzahnung greift ein Zehnertrieb ein, der also bei einer Ver-
schiebung der Alhidade um 5 Grad eine Umdrehung macht; seine Achse ist, um
toten Gang zu vermeiden, federnd gelagert und mit einem über einem matt-
weißen Ablesekreis spielenden feinen Zeiger versehen. Die Bezifferung wächst
entgegen dem Sinne des Uhrzeigers.
Die Intervalle dieses Kreises entsprechen je fünf Bogenminuten; sie sind
breit genug, um Zehntel, also 30 Sekunden mit Sicherheit abzuschätzen, wenn
man sich nicht mit der Schätzung von Fünfteln, d. h. einzelnen Minuten begnügt.
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Es bedarf keinerlei Übung, die Alhidade um Bruchteile einer Minute hin
und her zu bewegen, wenn man die Meßdose zwischen Daumen und Zeigefinger
faßt und diese gleichzeitig auf den Limbusrand drückt. Die Stellung des Zeigers
in der Figur läßt rasch und deutlich den Wert von 26° 27’ erkennen,
Da nicht leicht Sternhöhen über 60 Grad hinaus zu bestimmen sind, so
ist der Quadrant so ausgenützt, daß auch Winkel unter dem Horizont gemessen
werden können. Das kann für Übungen auf dem Lande, z. B. für Nivellements
oder für forstliche Zwecke von Vorteil sein. In diesem Falle bedarf die Kreis-
teilung der Meßdose einer Bezifferung im anderen Sinne, die zweckmäßigerweise
in kleineren Ziffern und roter Farbe ausgeführt ist.
Der Triebumdrehungsanzeiger zur Bestimmung kleiner Verschiebungen hat
sich übrigens bei Schublehren bereits bewährt. Er gestattet bei feinerer Ver-
zahnung die Messung von noch geringeren Größen, als sie hier bei dem Zahn-
bogen-Höhenmesser für genügend erachtet werden müssen,
9. Die von Herrn Professor Schwarzschild bezüglich Helligkeit und
Gesichtsfeld des Fernrohres derartiger Instrumente aufgestellten Forderungen
sind an dem Lindtschen Libellenquadrant trotz der geringen, nur 1‘/,fachen
Vergrößerung, mit der man sich begnügen soll, nicht erfüllt, lassen sich aber
doch leicht erzielen, wenn man nicht bloß ein gutes lichtstarkes Objektiv aus