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Full text: 39: Sturmfluten in der südlichen Ostsee (westlicher und mittlerer Teil)

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6.5 Februar 1983 
Meteorologische Lage 
Während einer stabilen Lage mit zonaler Zirkulation über Europa (Abb. 6.5.1.) erreichte 
eines der Tiefdruckzentren in einer langen Reihe ostwärts ziehender Störungen seinen 
tiefsten Wert von 954 hPa am 1. Februar, 03 UTC über Schottland und füllte sich langsam, 
während es rasch nach Ost/Südosten abzog. Vor der herannahenden Tiefdruckfront drehten 
die bisher mäßigen, allmählich zunehmenden Winde über der westlichen und südlichen 
Ostsee auf SO. Zwischen 9 und 15 UTC überquerten die Fronten die westliche und südliche 
Ostsee, und der Tiefdruckkern zog langsam weiter in südöstlicher Richtung über den 
Eingang zu Skagerrak und Norddänemark hinweg zur südlichen Ostsee, während der 
Luftdruck über West- und Mitteleuropa stark anstieg. Dadurch entstand ein bedrohlich steiler 
Druckgradient, der zu einem heftigen SW-W-Sturm mit anfänglich 8-9 Bft und bald darauf 9- 
11 Bft über der südlichen Nordsee führte. Gegen Mittag erreichte der Sturm leicht 
abgeschwächt mit 7-8 Bft die westliche Ostsee und nahm auf seinem Weg nach Osten 
weiter leicht ab. In den späten Abendstunden des 1. Februar, als sich das Zentrum des Tiefs 
über der südlichen Ostsee befand, führte eine der über das dänische Sundgebiet ziehenden 
Sekundärfronten zu einer starken Drehung des W-SW-Sturms auf Nordwest über der 
westlichen und südlichen Ostsee. Als das Sturmtief am 2. Februar um die Mittagszeit die 
Bucht von Riga erreicht hatte (Abb. 6.5.2.), drehte der Sturm weiter und wurde böig, bei 
Windstärke 7-8 Bft und Böen von 9 Bft. Um ca. 15-18 UTC begann sich der 
Luftdruckgradient abzuschwächen, aber die auflandigen NW-SW-Winde hielten noch zwei 
Tage lang an, bis zum 4. Februar um die Mittagszeit. 
Abb. 6.5.1. Beispiel für winderregtes Oberflächenwasser aufgrund einer langanhaltenden 
zonalen Luftströmung als Auslöser erhöhter Wasserstände in der südlichen Ostsee. 
Luftdrucklage am 29. Januar 1983: ein Tiefausläufer, der innerhalb des Bereichs intensiver 
Luftströmung in den Tagen vor der Sturmflut vom 2.-4. Februar 1983 die Nordsee und 
Ostsee überquerte.
	        
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