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Full text: 39: Sturmfluten in der südlichen Ostsee (westlicher und mittlerer Teil)

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Abb. 6.4.1. Zugbahn des Tiefdruckzentrums zwischen dem 17. Januar, 18 UTC und 
19. Januar, 12 UTC; Luftdruckverhältnisse und Windfeld am 18. Januar 1983, 18 UTC 
Eine genauere Betrachtung des Wndfelds entlang der südlichen Ostseeküste erhellt den 
Zusammenhang zwischen der Wndeinwirkung und den daraus resultierenden 
Wasserstandsschwankungen an der Küste. Am 18. Januar nahm der zunächst aus SW bis 
W-SW wehende küstenparallele Wnd der Stärke 7-8 Bft zu und erreichte in Böen 10 Bft. 
Später drehte der Wnd in ablandige Richtung, z.T. S-SW, vor allem im westlichsten Teil des 
Beckens. Um ca. 9 UTC drehte der Wnd im südlichen Küstenbereich jedoch scharf auf NW 
und erreichte im Bereich von Bornholm bereits um die Mittagszeit Sturmstärke von 10-11 Bft. 
An der südlichen Ostseeküste drehte der Wind jetzt auf W-NW (8-9 Bft), zuerst im mittleren 
Teil und später im Westen. Am 18. Januar um ca. 18 UTC und am 19. Januar um 00-03 UTC 
drehte der Wnd mit 7-9 Bft auf NW - N und flaute nur langsam ab. 
Hydrologische Reaktion des Wasserstandes 
Am Tag vor dem Sturm war der Meeresspiegel im westlichen Küstenbereich nur 
unwesentlich höher als normal (z.B. in Wsmar 500-510 cm) und im mittleren Küstenbereich 
mäßig erhöht (in Sassnitz und Swinoujscie 550 cm). Der schwere Sturm am 18. und 19. 
Januar und insbesondere das Wndfeld entlang der Küste verstärkte zunächst (am 18. 
Januar) den Unterschied zwischen den Wasserständen in den beiden Küstenbereichen. Am 
19. Januar kam es dann an der gesamten Küste zu einem raschen Anstieg des 
Wasserstandes über die Warnpegel hinaus. 
Im westlichen Teil der Küste führten die stürmischen ablandigen Wnde zu einem Absinken 
des Wasserstandes um ca. 10 cm/h. Die Wasserstände blieben etwa 8 Stunden lang sehr 
niedrig, z.B. nur 410 - 415 cm in Wsmar. Am 19. Januar um Mitternacht, als der Wind 
plötzlich auf WNW - NW drehte, begannen die Wasserstände rasch um 28-29 cm/h zu 
steigen und erreichen am 19. Januar zwischen 13 und 14 Uhr ihren Höchststand. Die in 
Wsmar und Warnemünde gemessenen Maximalwerte betrugen 634 cm bzw. 617 cm. Die 
Differenz zwischen den Extremwerten, die innerhalb von 18 Stunden gemessen wurden, 
betrug in Wsmar über 220 cm, und in Warnemünde 190 cm. 
Weiter östlich erfolgte am 18. Januar um 9 UTC in Kotobrzeg und etwas schwächer 
ausgeprägt in Swinoujscie die unmittelbare Reaktion der Wasserstände auf die 
Wndeinwirkung. Die Wndrichtung drehte leicht und begann zwischen WSW und W zu 
schwanken, d.h. der Wnd war zeitweise auflandig. Das führte zu raschen Wasserstands 
änderungen (z.B. in Kotobrzeg, wo der Wasserstand sich am 18. Januar zwischen 7 und 8
	        
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