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Volltext : 39: Sturmfluten in der südlichen Ostsee (westlicher und mittlerer Teil)

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Die  Wahrscheinlichkeit  des  Auftretens  von  Sturmfluten  war  in  den  1970er  Jahren  am
höchsten  (mit  mindestens  einem  Sturm  pro  Saison;  Wahrscheinlichkeit  =100  %)  und  am
niedrigsten  in  den  1960er  Jahren  (Wahrscheinlichkeit  =  60%).  Seit  Anfang  der  verifizierten
Beobachtungsreihe,  d.h.  seit  1950/51,  hat  sich  die  Anzahl  der  Sturmfluten  pro  Dekade  von
13  in  den  1950er  Jahren  über  15  und  22  in  den  beiden  folgenden  Dekaden  auf  34  in  den
1980er  Jahren  erhöht.  Die  Anzahl  an  Sturmfluten  in  der  letzten  Dekade  des  20.  Jahrhunderts
war  mit  32  kaum  niedriger.  Das  erlaubt  den  Schluss,  dass  sich  Ende  des  Jahrhunderts  die
Gefahr  einer  Sturmflut  im  Vergleich  zum  mittleren  Zeitraum  fast  verdoppelt  hat.
2.3  Monatliche  Häufigkeitsverteilung  von  Sturmfluten
Zwei  Faktoren  sind  im  wesentlichen  für  das  Auftreten  einer  Sturmflut  ausschlaggebend:  ein
hoher  täglicher  Referenzwasserstand  an  einer  bestimmten  Küste  und  starke,  in  der  Regel
stürmische  auflandige  Winde.  Stürmische  Wetterlagen  treten  am  häufigsten  in  der  kalten
Jahreszeit  von  November  (manchmal  August)  bis  Februar  (manchmal  April)  auf.

Häufigkeitsverteilung  in  %

Monat

□  1950-1975

□  1976-2000

Abb.  2.3.  Mittlere  monatliche  Häufigkeitsverteilung  von  Sturmfluten  in  zwei  Zeiträumen:
1950-1975  und  1976  -  2000
In  den  beiden  betrachteten  Zeiträumen  von  1950  -  1975  und  1976  -  2000  unterscheiden
sich  die  mittleren  jährlichen  (jahreszeitlichen)  Verteilungen  nur  in  dem  Monat  des  häufigsten
Auftretens:  in  den  ersten  25  Jahren  traten  Sturmfluten  am  häufigsten  im  November  auf  (ca.
27  %  aller  Ereignisse),  während  das  Maximum  sich  im  Zeitraum  von  1976  -  2000  auf  den
Januar  verlagerte,  mit  29%  aller  Sturmfluten.  Im  Zeitraum  von  1950  -  1975  war  die
Sturmflutsaison  kürzer.  Die  ersten  Stürme  traten  gewöhnlich  erst  im  September  auf  (ca.
2  %),  und  die  letzten  im  März,  mit  einer  Häufigkeit  von  8  %.  Die  Sturmflutsaison  im  Zeitraum
von  1976  -  2000  dauerte  von  den  letzten  Augusttagen  (mit  einer  Häufigkeit  von  nur  1  %)  bis
April  (ca.  3  %  der  jährlichen  Sturmfluten).
Die  Abwesenheit  dieser  Ereignisse  im  Mai,  Juni  und  Juli  ist  typisch  für  die  monatliche
Häufigkeitsverteilung  von  Sturmfluten.
            
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