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Full text: 43, 1925

Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbelstürme. 
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Weit mehr zu leiden haben die nördlich davon gelegenen Visayas-Inseln (Negros, Samar, Levte, 
Cebu, Panav, Bohol), sie werden noch von den schweren Taifunen der Aktivitätsperiode heimgesucht, 
am häufigsten im November. Samar, oft zugleich auch Leyte, das den von Osten kommenden Orkanen 
zuerst ausgesetzt ist, wird am meisten betroffen. Auch Cebu und das nördliche Panay (Provinz Capiz) 
haben mit häufigen Heimsuchungen zu rechnen. Aber auch für diese Inseln gilt, daß immer nur ein 
Teil von ihnen von empfindlichem Schaden betroffen wird; haben sie ja eine Ausdehnung wie ein 
deutscher Bundesstaat mittlerer Größe. Ein Teil der Visayas hat jedes Jahr mit einem richtigen Orkan 
zu rechnen, große Katastrophen sind aber doch ziemlich selten. Einige besonders schwere Fälle seien 
hier erwähnt. Für Leyte war der Taifun vom 12. 10. 1897 sehr verderblich 1 ), der Schaden wurde auf 
7 ',4 Millionen Pesetas geschätzt; auf der Ostseite stürzte eine riesenhafte Wasserwoge über das Land 
und ließ viele Dörfer und gegen 10000 Einwohner verschwinden. Von weltwirtschaftlicher Bedeutung 
war der Taifun vom 15. 10. 1912, der hauptsächlich Cebu in Mitleidenschaft zog 3 ). Auf dieser Insel 
allein wurde der Schaden auf 20 Millionen Pesos, also über 40 Millionen Mark geschätzt, während die 
benachbarten Inseln bis zu 2 Millionen Pesos Schaden gelitten hatten. Der Schaden an Kokospalmen, 
Zuckerrohr und Hanfpflanzen war sehr bedeutend. An verschiedenen Plätzen auf Leyte sollen bis zu 
75% der Kokosnuß- und Hanfpflanzen vernichtet worden sein, was ein Anziehen der Hanfpreise auf 
dem Weltmärkte zur Folge hatte. Die Geschäfte waren wochenlang zum Stillstand gekommen, zumal der 
Orkan auch die Verkehrsverbindungen im Innern unterbrochen und viele Schiffe unter 250 Tonnen Gehalt 
zerstört hatte. Wie überall in einer Inselwelt ist die Strandungsgefahr für Schiffe gerade in den mittleren 
Philippinen ziemlich groß, daß sogar gelegentlich größere Dampfer ihr zum Opfer fallen („Cantabriataifun“) 3 ). 
Für die nördlichen Philippinen (Luzon, Mindoro) sind Juli und August die gefährlichsten 
Monate; drei Viertel aller verwüstenden Orkane erreichen sie in dieser Zeit. Weniger schlimm sind 
September und Oktober. Die Taifune nehmen dabei ihren Weg vorzugsweise über die niedriger gelegenen 
Provinzen, wo ihnen keine schwer überschreitbaren Gebirge im Wege stehen. Orte in geschützter 
gebirgiger Lage bleiben fast ausnahmslos verschont 1 ). Abgesehen von der Ostküste scheint Bulakan und 
Manila am schwersten heimgesucht zu werden. Uber diese Gegenden sind wir allerdings durch die 
Aufzeichnungen des Observatoriums in Manila am besten unterrichtet. Große Katastrophen sind 
verhältnismäßig selten. Von größerer Tragweite waren folgende: 
27. Oktober 1856: In Manila selbst nicht weniger als 3500 Häuser, im Umkreis über 10000 Häuser 
zerstört, 6 Schiffe gestrandet, Ernte vernichtet 5 ). 
26.—28. September 1865: Der Taifun währte 40 Stunden und war von ungeheuren Regengüssen 
begleitet, welche eine große Überschwemmung verursachten 6 ), 
20. Oktober 1882: In der Provinz Bulakan allein wurden mehr als 20000 Häuser niedergelegt. In 
Manila wurden die Verluste auf 6 Millionen Dollar geschätzt. 20 Schiffe in der Bai hatten mehr oder 
weniger Havarie, mehrere Schiffe gingen ganz verloren. Im Umkreis von 60 Meilen von Manila litten 
auch die Reis-, Zucker- und Bananenpflanzen ziemlich stark. 
Juli und August 1920: Mehrere Taifune richten großen Schaden durch Wolkenbrüche an. Viele 
Häuser, Reis- und Tabakpflanzen wurden vernichtet 7 ). 
Bei den gewöhnlichen Taifunen oder Baguios, mit denen alljährlich zu rechnen ist, sind die Wirkungen 
erheblich geringer. Nicht selten treten gleichzeitig Erdbeben ein, deren Verwüstungen viel intensiver 
sind. Sonst äußern sich die Taifune durch starken Niederschlag, der gelegentlich als Ende einer 
Trockenzeit sehr erwünscht kommt, häufig aber auch die Veranlassung zu Überschwemmungen kleineren 
Ausmaßes ist. Da oft mehrere Taifune rasch aufeinanderfolgen, können daraus auch kleine Katastrophen 
entstehen, z. B. 1911, wo sich innerhalb 20 Tagen drei regenreiche Taifune ereigneten. Schon bei 
den ersten fielen im Westen von Luzon innerhalb 4 Tagen 2238,7 mm Regen 6 ), weit mehr als der 
gesamte Monatsdurchschnitt. Im August 1923 war der Niederschlag infolge mehrerer Taifune um über 
50 % höher als das normale Monats-Mittel 9 ). 
k D. R. f. G. 1897, S. 139. 2 ) Deutsche Kolonial-Zeitung, Asien (H. W. A.) s ) Krebs, Globus Bd. 90, S. 206. 4 ) Bergholz (9), 
S. 45. *) Reye (95), S. 114. «) Semper (117 , S. 38. 7 ) M. W. R. 1920, S. 524, D. A. Z. H. W. R.) *) (19), S. 100. 
M W. R. 1923.
	        
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