4 Meereschemie
162
Nordseezustand 2003
Strahlung und Trübungsverhältnisse - beeinflussen hier das Gleichgewicht zwischen
gelösten und partikelgebundenen Spurenstoffen besonders intensiv. Als Folge der Mischungsprozesse
ist der Austausch zwischen Wasserkörper und Sediment (Sedimentation,
Resuspension) und Atmosphäre (Deposition, Verdampfung) im Mündungsbereich
der Flüsse besonders ausgeprägt. Eine Vielzahl von Elementen wird in den
Flussästuaren effektiv zurückgehalten, einige Elemente verhalten sich konservativ,
d. h. sie werden beim Übergang vom Fluss ins Meer nahezu ausschließlich verdünnt,
andere Elemente werden durch Desorption und Remineralisierung in der gelösten
Phase angereichert.
Neben dem Eintrag über die Flusssysteme ist der Eintrag über die Atmosphäre für einige
Elemente von großer Bedeutung. Auch hier nimmt die Stärke des Eintragssignals
mit zunehmender Entfernung von den Ballungszentren an der Küste ab.
Die räumliche Verteilung der Elemente Blei, Cadmium, Kupfer, Quecksilber und Zink
in der gelösten Fraktion des Oberflächenwassers der Nordsee zeigt die Bedeutung
der Süßwasserzuflüsse als Quellen für die Belastung. Exemplarisch ist in Abb. 4-35 die
räumliche Verteilung der Kupfergehalte im Frühjahr 2003 im Bereich des deutschen
Festlandsockels dargestellt.
800
56 N
700
55.5
600
55
C
400 g
54.5
300
54
200
53.5
1 100
0
53
3
4
5
6
7
8
9 E
Abb. 4-35: Räumliche Verteilung der oberflächennahen (10 m) gelösten Kupfergehalte in gefiltertem
Meerwasser in ng/L in den Wintermonaten 2003 (Januar - März). Die Probenahmestationen
sind durch Kreuze gekennzeichnet.
Fig. 4-35: Spatial distribution of near-surface (10 m) copper concentrations (ng/L) in filtrated
sea water during winter 2003 (January - March). Grosses indicate sampling sites.
Um das durch den Einfluss biologischer Aktivität verursachte »Rauschen« in den beobachteten
Elementkonzentrationen zu eliminieren, wurden für die Datenanalyse nur
Messkampagnen aus den Wintermonaten Januar bis März und November bis Dezember
berücksichtigt, wenn kein anderer Zeitraum explizit genannt ist. In Küstennähe
wurden Kupferkonzentrationen von über 600 ng/L gemessen, die jedoch mit wachsender
Entfernung von der Küste schnell abnahmen. Auffällig durch ihre erhöhte Kup-