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Volltext : 38: Nordseezustand 2003

4  Meereschemie

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Nordseezustand  2003

Strahlung  und  Trübungsverhältnisse  -  beeinflussen  hier  das  Gleichgewicht  zwischen
gelösten  und  partikelgebundenen  Spurenstoffen  besonders  intensiv.  Als  Folge  der  Mischungsprozesse ­
  ist  der  Austausch  zwischen  Wasserkörper  und  Sediment  (Sedimentation, ­
  Resuspension)  und  Atmosphäre  (Deposition,  Verdampfung)  im  Mündungsbereich ­
  der  Flüsse  besonders  ausgeprägt.  Eine  Vielzahl  von  Elementen  wird  in  den
Flussästuaren  effektiv  zurückgehalten,  einige  Elemente  verhalten  sich  konservativ,
d.  h.  sie  werden  beim  Übergang  vom  Fluss  ins  Meer  nahezu  ausschließlich  verdünnt,
andere  Elemente  werden  durch  Desorption  und  Remineralisierung  in  der  gelösten
Phase  angereichert.
Neben  dem  Eintrag  über  die  Flusssysteme  ist  der  Eintrag  über  die  Atmosphäre  für  einige ­
  Elemente  von  großer  Bedeutung.  Auch  hier  nimmt  die  Stärke  des  Eintragssignals
mit  zunehmender  Entfernung  von  den  Ballungszentren  an  der  Küste  ab.
Die  räumliche  Verteilung  der  Elemente  Blei,  Cadmium,  Kupfer,  Quecksilber  und  Zink
in  der  gelösten  Fraktion  des  Oberflächenwassers  der  Nordsee  zeigt  die  Bedeutung
der  Süßwasserzuflüsse  als  Quellen  für  die  Belastung.  Exemplarisch  ist  in  Abb.  4-35  die
räumliche  Verteilung  der  Kupfergehalte  im  Frühjahr  2003  im  Bereich  des  deutschen
Festlandsockels  dargestellt.

800

56  N

700

55.5

600

55

C

400  g

54.5

300

54

200

53.5

1 100
0

53

3

4

5

6

7

8

9  E

Abb.  4-35:  Räumliche  Verteilung  der  oberflächennahen  (10  m)  gelösten  Kupfergehalte  in  gefiltertem ­
  Meerwasser  in  ng/L  in  den  Wintermonaten  2003  (Januar  -  März).  Die  Probenahmestationen ­
  sind  durch  Kreuze  gekennzeichnet.
Fig.  4-35:  Spatial  distribution  of  near-surface  (10  m)  copper  concentrations  (ng/L)  in  filtrated
sea  water  during  winter  2003  (January  -  March).  Grosses  indicate  sampling  sites.
Um  das  durch  den  Einfluss  biologischer  Aktivität  verursachte  »Rauschen«  in  den  beobachteten ­
  Elementkonzentrationen  zu  eliminieren,  wurden  für  die  Datenanalyse  nur
Messkampagnen  aus  den  Wintermonaten  Januar  bis  März  und  November  bis  Dezember ­
  berücksichtigt,  wenn  kein  anderer  Zeitraum  explizit  genannt  ist.  In  Küstennähe
wurden  Kupferkonzentrationen  von  über  600  ng/L  gemessen,  die  jedoch  mit  wachsender ­
  Entfernung  von  der  Küste  schnell  abnahmen.  Auffällig  durch  ihre  erhöhte  Kup-
            
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