Wagner, H.:- Die Entwicklung der wissenschaftlichen‘ Nautik' üsw. 283
est le reflet. de l’oeuvre scientifique portugaise; jusqu’ä cette &poque. (1545); on peut
Ja eonsiderer comme etant la science nautique portugaise au service de 1’Espagne.“‘
Freilich darf man nicht‘ vergessen, daß in den bisherigen Publikationen
Bensaudes für die zum Teil in etwas apodiktischer Form vorgetragenen Anschau-
ungen-nur- kurze. Andeutungen - gegeben. werden, die, um- überzeugend zu" wirken,
noch viel weiterer Ausführungen und ebenso gründlicher Durchprüfung bedürfen.
Für die letztere ist eine Zeit ungünstig, welche wie die jetzige die Benutzung mancher
der so überaus seltenen älteren Originalschriften oder der neueren ausländischen,
besonders portugiesischen Literatur fast zur Unmöglichkeit macht. Sie muß also
auf friedlichere Zeiten verspart werden...
Mehrfach bot sich mir im Rahmen meiner Studie Gelegenheit, zu den Protesten
gegen die „Pretentions de priorite de l’ Allemagne‘, denen Bensaude in seiner letzten
Schrift von 1917 einen so breiten Raum widmet, Stellung zu nehmen, Freilich konnte
der unbegreiflichste und unberechtigtste dabei nicht berührt werden. Da es sich
dabei um eine von mir 1915 sehr eingehend in diesen Annalen behandelte Frage
der wissenschaftlichen Nautik handelt, so sei es gestattet, meiner Abwehr gegen
die mir unterstellten Anschauungen, die ich ausführlich in den Nachrichten der
Kgl. ‚Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen begründete‘), mit kurzen
Worten zu gedenken. Denn schon hat sich daraus eine neue, allerdings jeder Grund-
lage entbehrende Legende gebildet. ; .
In der Abhandlung „G. Mercator und die ersten Loxodromen auf Karten“
hatte ich nachzuweisen gesucht, daß G. Mercator. der erste gewesen zu sein scheine,
der Loxodromen auf Karten, nämlich den Globusstreifen vom Jahre 1541; gezeichnet
habe. Wenn Pedro Nunes hierauf einen mittelbaren Einfluß ausgeübt habe, so
könnten dabei nur seine ältesten Schriften zur Nautik, die Duos Tratados da carta de
marear‘‘ vom Jahre 1537 in Frage kommen. Allerdings gebe Nunes in diesen noch
keine Anweisungen zur Berechnung von Rumbtafeln oder zur Zeichnung von Rumb-
linien und entwickle in Text und Figur noch falsche Vorstellungen über den Verlauf
der Loxodromen, da er sie noch im Pol zusammenlaufen lasse. Trotzdem ich mit
keinem Wort die Priorität der Behandlung der Loxodromie durch P. Nunes bestritten
hatte, nur hervorhob, daß eine unmittelbare Beeinflussung Mercators durch Nünes
sich nicht nachweisen lasse, bekämpft Herr Bensaude mit vielen Worten. „La
Priorite de la courbe loxodromique reclam6e pour Mercator 1541, sous pretexte,
qu’il devait avoir ignore la courbe decrite par P. Nunes en 1537 (H. Wagner, 1915).“
Und sofort nimmt man dies bei unseren Gegnern am Seinestrand auf. M. Bigourdan,
der bekannte Astronom, spricht in seinem Elogium auf Herrn J. Bensaude 1916,
von „Pierre Nonius, qui.le premier decrit la courbe loxodromique (1537), reclamege
aussi par la science allemande pour Mercator (!)‘“. Doch genug, Interessenten
mögen in meine Abwehr Einsicht nehmen, um die völlige. Grundlosigkeit dieser
Einwendungen zu erkennen. Aber Herrn Bensaude fordere ich auch an dieser Stelle
auf, die gesamte gegen meine Ausführungen erhobene Reklamation öffentlich zurück-
zunehmen. wenn er sich bei uns den Ruf eines objektiven Forschers erhalten will.
Berichtigung zu S. 167. In dem Satz hinter Tafel 6 müssen die Worte „es
ist klar ..., daß damit allerdings. dem Kalender der Stempel eines für ein be-
stimmtes Jahr geltenden. aufgedrückt wird u. s. f.“ gestrichen werden. Verf, hat
übersehen, daß auch in diesem Kalender die Wochenbuchstaben 4, b, e, d,e, fg
die Daten des immerwährenden julianischen Kalenders sind. Bezeichnet man
mit denselben die Wochentage vom 1; Januar an, so entfällt in der Tat auf den
1. März, mit welchem der Kalender des Regimento beginnt, der Wochenbuch-
stabe d, auf den 1: April der Buchstabe g und auf den 9. April, wie aus Tafel 6,
S_ 167, zu ersehen, der Buchstabe 4 u.s. £ .
107) Mercator und die loxodromische Kurve. Eine Abwehr gegenüber Senhor Joaquim Bensaude
(1917). Nachr..d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen; Phil. hist. Kl, 1917, 259—267.