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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1901, 
Von Nukuor nach Kumuli. 
Die Ueberfahrt dauerte vom 7. bis zum 10. April. 
Der Nordostpassat hielt bis auf etwa 3°N-Br an, dann folgten Stillen und 
theilweise Regenwetter. Der Strom setzte die ganze Zeit gleichmäfsig westlich, 
3/, Sm die Stunde. 
Am 10. April wurde mit Tagesanbruch zwischen den Inseln Ulunau 
(St. Gabriel und St. Rafael) hindurchgesteuert und um 12 Uhr auf dem Anker- 
platz bei Kumuli (St. Andrew-Gruppe, Broadmead) geankert. In der Anker- 
peilung Mitte Palaiai (Bull) NNW, Mitte Kumuli SW'4S wurden 20 m Wasser 
elothet. 
> Eingelaufen wurde «wie früher, westlich von Ngawui (Violet), Wegen der 
Beleuchtung sollte dann Nachmittags versucht werden, aus der östlichen Ausfahrt 
den Ankerplatz zu verlassen, wo angeblich tiefes Wasser sein sollte. Lothungen 
vom Boot aus ergaben aber, dafs Schiffe mit 4m Tiefgang schon nicht mehr 
passiren können. 
Von Kumuli nach Herbertshöhe. 
Die Reise wurde bei leichten östlichen Winden und westlichem Strom 
(8/4 Sm die Stunde) zurückgelegt. Am 12. April fiel 10 Uhr vormittags im Hafen 
von Matupi der Anker, worauf noch am selben Tage nach Herbertshöhe weiter- 
gedampft wurde. 
2. Nach Bericht des Kapt. C, Domnick, Führer der Schiffe „Milly* und „John Wesley“, 
Von Kapt. C. Domnick, der viele Jahre als Schiffsführer und Steuer- 
mann in der Südsee thätig war und jetzt Regierungslootse in Jaluit ist, gingen 
der Seewarte die nachfolgenden Berichte nebst Aufnahmen von Inseln und 
Ankerplätzen zu, die werthvolle Beiträge zur Kenntnifs dieser Inselgruppen 
bringen und daher an dieser Stelle zur Veröffentlichung gelangen. Die Aufnahmen 
3zind theils als Ergänzungen zu der deutschen Admiralitäts-Karte No. 113, Pläne 
von den Marschall-Inseln, Berlin 1890, anzusehen, theilweise bilden sie überhaupt 
die ersten Veröffentlichungen aus beiden Inselgruppen. 
Marschall-Inseln. 
Eniwetok oder Brown-Gruppe.') Als Beobachtungspunkt wurde das 
Westende der Insel Eniwetok genommen, und für diesen Punkt die geographische 
Lage auf 11° 22’ N-Br und 162° 19‘ O-Lg bestimmt. 
Die Inseln dieses Atolls sind bisher nur mit Busch bestanden und daher 
beim Ansteuern erst in etwa 8 Sm Abstand zu sehen. Die Insel Eniwetok selbst 
ist im Gegensatz zu allen sonstigen Inseln der Marschall-Gruppe, die sich 
sämmtlich nur etwa 1,5 m (6 Fufs) über dem Wasserspiegel erheben, etwas erhöht. 
Ich habe auf ihr Stellen vorgefunden, wo der Sand sich bis zu 7 m (20 Fuß) 
Höhe über dem Meeresspiegel erhebt. 
Westlich vom Beobachtungspunkte erstreckt sich bis zur nächsten Insel 
ein gesunkenes Riff, auf dem 13—20 m (7—11 Faden) Wasser gelothet wurde, 
Diese Einfahrt kann von jedem Schiffe und bei allen Winden gefahrlos benutzt 
werden und ist allen anderen Einfahrten unbedingt vorzuziehen, 
Auf dem Ankerplatze von Eniwetok steht 31 m (17 Faden), und auf dem 
von Engebi 14— 22 m (8— 12 Faden) Wasser. In der Lagune beträgt die Wasser- 
tiefe im Uebrigen wohl 35—55 m (20—30 Faden). 
Die Gruppe wird von 60—70 Eingeborenen bewohnt, die sich nothdürftig 
vom Fischfang, Arrowroot und Brodfrucht ernähren. Neuerdings hat die Jaluit- 
Gesellschaft angefangen, das Bepflanzen der Inseln zu ermöglichen. So habe ich 
z. B, bei meiner dortigen Anwesenheit mit der Bark „John Wesley“ auf Eniwetok 
2000 und auf Engebi 1000 Kokosnüsse im Auftrage genannter Gesellschaft 
pflanzen lassen. , 
Frisches Wasser kann im Nothfalle, aber auch nur in diesem, in Eniwetok 
genommen werden. 
Lae-(Lai)-Atoll*) ist ein, wie in der deutschen Admiralitäts-Karte No. 113, 
Pläne von den Marschall-Inseln, Berlin 1890, angegeben, aus acht Inseln be- 
stehender Atoll. 
I) Hierzu Skizze auf Tafel 2. 
) Hierzu Plan des Ankerplatzes auf Tafel 2,
	        
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