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Full text: 32: Die Auswirkungen des Elbehochwassers vom August 2002 auf die Deutsche Bucht

Auswirkungen des Elbehochwassers vom August 2002 auf die Deutsche Bucht 
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a-HCH und ß-HCH sind Bestandteile des 
technischen HCH, das seit den 70-iger 
Jahre nicht mehr als Insektizid verwendet 
wird. Es ist daher davon auszugehen, 
dass diese beiden Isomere Einträge von 
Altlasten sind. Da das Verhältnis in den 
Elbe-Proben nicht dem normalen Verhält 
nis des technischen Gemisches entspricht, 
kann angenommen werden, dass es sich 
nicht um eine Freisetzung aus alten An 
wendungen handelt sondern sehr wahr 
scheinlich um Freisetzungen aus indus 
triellen Produktionsrückständen. Das ß- 
HCH ist unter den Isomeren das per 
sistenteste, da hier der Abbau durch HCI- 
Eliminierung erschwert wird (keine be 
nachbarten trans-ständigen H- und Cl- 
Atome). Durch den ungewöhnlich hohen 
ß-HCH Anteil des Elbwassers kann das ß- 
HCH als Tracer für das Elb-Hochwasser 
verwendet werden. 
Abb. 72: HCH- Konzentrationen (ng/l) in der Mittel- und Unterelbe im August 2003. 
Die Proben wurden mit einem Hubschrauber durch die Wassergütestelle 
Elbe gewonnen und im BSH-Labor analysiert. 
Wie Abb. 72 zeigt, sind diese stark er 
höhten a- und ß-HCH Konzentrationen im 
gesamten Mittel- und Unterlauf der Elbe 
zu beobachten. Die Quelle dieser Einträge 
muss oberhalb von Breitenhagen liegen; in 
Frage kommen dabei insbesondere die 
Chemiestandorte an der Mulde. Aus dem 
Hochwasserbericht des Freistaats Sach 
sen geht hervor, dass auch in der Freiber 
ger Mulde im Zeitraum vom 27.8. bis 
5.9.2002 ca. 10-fach erhöhte Konzentrati 
onen von a-HCH (250 bis 350 ng/l) und ß- 
HCH (60 bis 160 ng/l) auftraten. Allerdings 
unterscheiden sich die Verhältnisse der 
Isomeren von den vom BSH in der Elbe 
und Deutschen Bucht gemessenen deut 
lich. Ob dies mit den unterschiedlichen 
Wasserkörpern zusammenhängt, ist un 
klar. Abb. 72 zeigt ferner, dass die Spitze 
der Hochwasserwelle etwa am 26.8 die 
Elbmündung erreicht hat. 
In der Deutschen Bucht machen sich die 
se Einträge in der Zeit vom 28. bis 30 Au 
gust noch nicht bemerkbar (s. Abb. 72 und 
Abb. 73). Allenfalls auf Station T 29 (öst 
lich von Helgoland) sind leicht erhöhte 
Werte zu erkennen, dabei weist insbeson 
dere der ß-HCH-Gehalt auf das Elbhoch 
wasser hin.
	        
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